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Im Alter den Versicherungsschutz nicht vernachlässigen

Mit Beginn des Rentenalters fällt auch das Haushaltseinkommen von Paaren sehr viel geringer aus. Um nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten zu müssen, kündigen viele Rentner daher Versicherungen, um wieder mehr Geld zur Verfügung zu haben. Das kann sich jedoch mitunter als eine teure Fehleinschätzung erweisen, wenn in einem Schadensfall plötzlich der gewohnte Versicherungsschutz nicht mehr vorhanden ist. Daher gilt es aus den vorhandenen Versicherungen eine genaue Auswahl zu treffen, um am Ende nicht draufzahlen zu müssen.

Die wichtigsten Versicherungen im Alter

Ein absolutes Muss im Alter sind die Kranken- und Pflegeversicherung. Hier gilt es, auf keinen Fall auf den Versicherungsschutz zu verzichten. Da sich das Risiko einer chronischen Erkrankung, wie einer Herzschwäche oder Diabetes im Alter um ein Vielfaches erhöht, wären die Rechnungen für Arztbesuche und Medikamente einfach zu hoch, um diese selbst auf Dauer selbst zu tragen. Zudem können pflegebedürftige Senioren so nicht von den Leistungen aus der Pflegeversicherung profitieren. Diese sind einzig für die aktuellen Mitglieder reserviert. Jedoch haben auch Rentner die Möglichkeit, die Krankenkasse zu wechseln und so nach einer Kasse mit besseren Leistungen oder geringeren Beiträgen Ausschau zu halten.

Eine weitere Versicherung, auf die niemand im Alter verzichten sollte, ist die Haftpflichtversicherung. Diese kostet meist nur wenige Euro im Monat, deckt im Schadensfall jedoch Kosten bis zu mehreren Millionen ab. Selbst, wer diese eigentlich nie gebraucht hat, ist im Alter auf der sicheren Seite, wenn sich durch die verlangsamte Motorik aus kleinen Unachtsamkeiten große Schäden ergeben. Dies gilt besonders, wenn Gehhilfen oder Rollatoren benötigt werden, bei denen leicht Macken an Türen entstehen oder Vasen zu Bruch gehen können.

Mit einer privaten Vorsorgeversicherung auch die Angehörigen vor Zahlungen schützen

Zu den Versicherungen, die im Alter einen wichtigen Schutz vor Altersarmut bieten, gehören zwei Vorsorgeversicherungen, die jedoch bereits in frühen Lebensjahren abgeschlossen werden sollten. Gemeint sind damit die private Renten- sowie Pflegeversicherung. Die Rentenversicherung beginnt mit dem Eintritt in das Rentenalter einen monatlichen Betrag auszuzahlen. Im Idealfall sollte dieser Betrag so hoch sein, um damit die Lücke zwischen dem Gehalt und der Rente auszugleichen. Die Auszahlung einer privaten Pflegeversicherung beginnt dagegen mit der beginnenden Pflegebedürftigkeit. Dies kann lange vor Beginn des Rentenalters oder auch lange danach der Fall sein. Wichtig ist es, eine Versicherung abzuschließen, bei welcher im Schadensfall die monatlichen Zahlungen aussetzen. Dies erhöht das Budget für eine professionelle Pflege Zuhause oder auch in einer Pflegeeinrichtung.

Diese privaten Vorsorgeversicherungen dienen nicht nur der eigenen Absicherung, sondern können auch Kinder oder erwachsene Enkel vor Unterhaltszahlungen schützen. Reichen etwa die eigenen Mittel für die Lebenshaltungskosten oder die Unterbringung in einem Pflegeheim nicht aus, springt der Staat erst ein, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Zu Unterhalt verpflichtete Verwandte sind daher verpflichtet, ihre Finanzen offenzulegen und den Unterhalt in der festgelegten Höhe zu leisten. Haben etwa Erwachsene, selbst Immobilien abzuzahlen oder Kinder in der Ausbildung zu unterstützen, kann der Elternunterhalt eine große finanzielle Belastung darstellen.

Versicherungen, die im Alter überflüssig werden können

Eine der ersten Versicherungen, die mit Beginn der Rente gekündigt werden können, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Da kein Beruf mehr ausgeübt wird, kann auch der Schadensfall nicht mehr eintreten. Die Versicherungspolicen sind jedoch so ausgerichtet, dass sie etwa bei Pflegebedürftigkeit im Alter nach Beginn der Rente keine Leistungen mehr auszahlen. Endet die Versicherung mit Beginn des Rentenalters, ist zudem keine Kündigung notwendig. Beibehalten werden sollte die Versicherung nur, wenn für die Zeit nach der Rente bereits geplant ist, einen Nebenjob auszuüben, um die Rente aufzubessern. Dann sollte die Police aber möglichst neutral gehalten sein, falls der Nebenjob in einem anderen Bereich als in der zuletzt ausgeübten Berufsbranche fällt. Weitere Versicherungen, die gegebenenfalls gekündigt werden können, sind die Gebäudeversicherung sowie die Hausratversicherung. Dies kann der Fall sein, wenn Senioren im Alter in den Haushalt ihrer Kinder ziehen. Hierbei können die Senioren in die bestehenden Versicherungen der Kinder aufgenommen werden, um so etwas Geld einzusparen.